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Liebe Leserin, lieber Leser

Zweimal im Jahr finden Sie an dieser Stelle ausgesuchte Beiträge aus der ZKE/RMA.
Wenn Sie immer im Bild über die neusten Entwicklungen im Kindes- und Erwachsenenschutz sein wollen, dann können Sie hier mehr über die Zeitschrift erfahren und ein Abonnement bestellen.

ZKE 1/2018

Klaus Wolf, Dr. phil., Professor für Erziehungswissenschaft/Sozialpädagogik der Universität Siegen/Deutschland, Leiter der «Forschungsgruppe Pflegekinder»

Elternkontakte in der Pflegekinderhilfe – Eine qualitative Studie bei der Fachstelle Kinderbetreuung Luzern

Pflegekinder leben in einem Sozialisationsfeld mit einer besonderen Struktur von zwei Familien: der Herkunftsfamilie einschliesslich der grösseren Verwandtschaft und der Pflegefamilie. Daraus ergeben sich Herausforderungen für das einzelne Kind, ggf. die anderen Kinder in beiden Systemen und die wichtigen erwachsenen Bezugspersonen. In Besuchskontakten mit den Eltern werden komplizierte Fragen von Zugehörigkeit, Loyalität und Verankerung sichtbar und manchmal zum Problem. Eine Seite des Problems wird auch als Spannung zwischen Eltern und Kinderrechten interpretiert. Dann werden im Verhältnis von Pflegefamilie und Herkunftsfamilie Fragen des Kinderschutzes relevant. Die Häufigkeit und Gestaltung der Besuchskontakte und das Thema Rückkehr in die Herkunftsfamilie können zum Konfliktfeld divergierender Interessen werden. Dabei gibt es grosse Unterschiede im Verlauf und den Belastungen für die Akteure. Auf der Basis einer empirischen Untersuchung über gut dokumentierte Verläufe von Elternkontakten wird eine Typologie entwickelt. Sie ist ein Ordnungssystem, das vielleicht für die Entscheidungen der KESB, von Beiständen und dem Pflegekinderdienst nützlich sein kann, um konstruktive Entwicklungen für das Kind, die Familien und die Zusammenarbeit der Dienste zu fördern.